Arbeitssicherheit





Der Arbeitsschutz im Bereich Rohr-, Kanal- und Industrieservice gehört aufgrund der extremen und wechselnden Arbeitsumgebungen zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Arbeitssicherheit.


Beschäftigte in dieser Branche arbeiten regelmäßig in umschlossenen Räumen, im öffentlichen Straßenverkehr sowie mit Gefahrstoffen und Hochdruckgeräten.
Hier gelten besonders strenge Vorgaben, insbesondere nach den Richtlinien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).


Die größten Gefahrenquellen im Überblick


• Gase und Sauerstoffmangel:
In Kanälen und Schächten drohen unsichtbare Gefahren durch giftige oder explosive Gase (z. B. Schwefelwasserstoff, Methan) sowie akuter Sauerstoffmangel.
• Biologische Gefährdungen:
Der direkte Kontakt mit Abwasser birgt das Risiko von Infektionen durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren (z. B. Hepatitis) oder Parasiten.
• Arbeiten unter Hochdruck:
Der Einsatz von Hochdruckspül- und Saugfahrzeugen (oft über 1.000 bar) kann bei unsachgemäßer Handhabung zu schwersten Verletzungen führen.
• Absturz und Ertrinken:
Beim Einstieg in tiefe Schächte besteht immer die Gefahr von Stürzen oder plötzlichen Schwallwasser-Einbrüchen.


Unverzichtbare Schutzmaßnahmen (SOPs)


1. Einstieg in Schächte und umschlossene Räume (DGUV Regel 113-004)

• Freimessen:
Vor jedem Einstieg muss die Atmosphäre im Schacht zwingend mit einem kalibrierten Mehrgas-Messgerät überprüft werden.
• Belüftung:
Bei Bedarf muss der Bereich kontinuierlich zwangsbelüftet werden.
• Sicherung:
Ein Einstieg darf niemals alleine erfolgen. Ein Sicherungsposten über Tage sowie ein Dreibein mit Höhensicherungsgerät und Rettungshubwinde sind Pflicht.


2. Spezifische Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

• Atemschutz:
Bereithaltung von umluftunabhängigen Fluchtgeräten (z. B. Flachmasken oder Rettungshauben).
• Infektionsschutz:
Flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe, Schutzanzüge der Kategorie III und robuster Augenschutz.
• Sichtbarkeit:
Warnkleidung der Klasse 3 für Arbeiten im fließenden Verkehr.


3. Medizinische Vorsorge und Hygiene

• Impfschutz:
Regelmäßige betriebsärztliche Vorsorge inklusive Impfungen (insbesondere Hepatitis A und B, Tetanus).
• Schwarz-Weiß-Trennung:
Strikte Trennung von verschmutzter Arbeitskleidung und privater Alltagskleidung in den Fahrzeugen und Betriebsstätten, um Keimverschleppung zu verhindern.







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